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Prüfungen waren für mich stets mit Stress, Angst und Panik verbunden. Doch heute stehe ich an einem Punkt, an dem ich meine tief verwurzelten Glaubenssätze bezüglich Prüfungen überwunden habe und gelernt habe, mit ihnen umzugehen.
In diesem Blogartikel möchte ich dich und deine Kinder unterstützen, damit Prüfungsblockaden gar nicht erst entstehen müssen. Zudem möchte ich aufzeigen, wie ihr diesen Ängsten entgegentreten könnt, falls sie bereits vorhanden sind.
Vielleicht steht auch dein Kind vor einer bevorstehenden Klassenprüfung, plant den Führerschein zu machen oder bereitet sich auf einen Einstellungstest vor? Ist es von Prüfungsangst betroffen? Es gibt Situationen, in denen unsere Kinder besonders nervös sind. Entdecke hier meine fünf bewährten Tipps, die deinem Kind sofort und dauerhaft helfen können. Dabei nutze ich den Ansatz der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.
Die Entscheidung, wie ich diesen Artikel verfassen soll, fiel mir nicht leicht. Denn Prüfungsangst war die Angst meiner Ängste. Ich habe sie gehasst und vor jeder Prüfung litt ich unter Bauchschmerzen, Herzrasen und schlaflosen Nächten.
Seitdem ich mit MindTV arbeite, gehören Prüfungsthemen zu meinem Alltag, und die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Prüfungsangst war unvermeidlich. Heute weiß ich mit Sicherheit, dass jeder seine Prüfungsangst überwinden kann – sei es ein Kind oder ein Erwachsener.
Was ist Prüfungsangst?
Prüfungsangst, auch als Testangst oder Prüfungsstress bekannt, ist ein psychologischer Zustand, der häufig vor oder während Prüfungen bei Schülern, Studenten und sogar berufstätigen Personen auftritt.
Prüfungsangst kann in verschiedenen Situationen auftreten, in denen individuelle Leistungen bewertet werden. Besonders betroffen sind schriftliche oder mündliche Prüfungen in der Schule, im Studium oder im Beruf. Eine gewisse Anspannung kann hilfreich sein, da sie zusätzliche Energien freisetzen kann.
Bei zu starker Angst oder sogar Panik kann dies jedoch das Gegenteil bewirken. Tage vor der Prüfung treten bereits Unruhe und Schlafstörungen auf. Direkt vor dem Test kann sich die Angst physisch äußern, zum Beispiel durch Schwitzen, Zittern, Übelkeit, Harndrang oder Durchfall. Prüfungsangst kann bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auftreten.
Wieso haben wir Prüfungsängste?
Angst ist ein natürlicher und wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Wir sollten uns daher zunächst einmal damit auseinandersetzen, wie entscheidend Angst für unser Wohlbefinden ist.
Ein Blick auf eine spezifische Situationen verdeutlicht dies am besten:
Wenn ein kleines Kind Angst vor Wasser hat, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass es unvorsichtig ins Becken fällt, drastisch. Diese Angst erscheint daher als sinnvoller Schutzmechanismus, der das Kind vor potenziellen Risiken bewahrt.
Allerdings gibt es auch Ängste, wie beispielsweise den Monstern unter unserem Bett, der Höhenangst oder der weit verbreitete Prüfungsangst, die zunächst unerklärlich erscheinen können. “Du hast doch viel gelernt – wovor hast du also Angst?” Diese Art von Ängsten, ob real oder irrational, verdienen jedoch ebenfalls ernsthafte Beachtung und Verständnis.
Ängste sind oft Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse. Sie spiegeln das Verlangen nach Sicherheit, Geborgenheit, Klarheit, Orientierung, Führung oder Gesundheit (sowohl körperlich als auch emotional) wider.
Um die Prüfungsangst zu verringern und ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, ist es sinnvoll, die zugrunde liegenden Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Durch die Berücksichtigung dieser Bedürfnisse kann die Angst sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen allmählich abnehmen.
In diesem Blogartikel biete ich konkrete Anregungen, wie Eltern ihre Kinder bei der Bewältigung von Prüfungsangst unterstützen können. Zudem teile ich meine fünf bewährten Tipps, die dabei helfen können.

Prüfungsangst bei Kindern — was hilft?
Dein Kind hat Angst vor Prüfungen? Wenn Kinder und Jugendliche unter starker Prüfungsangst leiden, stehen wir als Eltern oft ratlos da. Manche Gefühle können wir vielleicht nachvollziehen, während die Gründe dafür manchmal im Dunkeln liegen. Doch wie können wir als Erwachsene mit der Prüfungsangst unserer Kinder umgehen? Oft stoßen wir dabei an unsere Grenzen.
In diesem Blog gebe ich dir konkrete Impulse, wie du dein Kind in seiner Angst begleiten kannst.
Die 5 besten Tipps wie du deinem Kind hilfst, Prüfungsängste zu überwinden:
- Verstehe deine eigene Prüfungsangst
- Prüfungsangst annehmen und ernst nehmen
- Gib deinem Kind Sicherheit
- Erkenne das unerfüllte Bedürfnis hinter der Prüfungsangst deines Kindes
- Sucht gemeinsam Strategien und begleite dein Kind
Tipp 1: Verstehe deine eigene Prüfungsangst
Wenn du als Elternteil dein Kind in Situationen begleiten möchtest, in denen es unter Prüfungsangst leidet, ist es wichtig, dass du zuerst deine eigenen Bedürfnisse in Bezug auf Prüfungsangst verstehst und bearbeitest. Denn wenn du selbst Angst vor Prüfungen hast, kannst du deinem Kind nicht wirklich helfen, Prüfungen ohne Angst zu meistern. Erst wenn du deine eigene Prüfungsangst bewältigt hast, kannst du dein Kind unterstützen und ihm Sicherheit geben.
Daher ist es wichtig, dass du zuerst auf dich selbst schaust. Du machst dir vielleicht als Mutter oder Vater Sorgen um die Entwicklung deines Kindes. Oder du denkst darüber nach, wie es weitergehen soll, wenn dein Kind die Prüfung nicht besteht. Was passiert dann? Du bist also voller Fürsorge für dein Kind. Versuche zu verstehen, wie du zur Prüfungsangst deines Kindes stehst. Wie siehst du selbst Prüfungen und wie wirken sie sich auf dich aus?
Mint mindTV kann ich auch dich unterstützen, diese Angst endlich loszulassen.
Tipp 2: Prüfungsangst annehmen und ernst nehmen
Aussagen wie “ist doch nicht so schlimm, das schaffst du schon” oder “jetzt tu mal nicht so doof”, sind ebenso unnütz wie frustrierend für die Kinder. Auch wenn wir Eltern die Angst vielleicht nicht immer nachvollziehen können, für die Kinder ist diese Angst sehr real, und das unerfüllte Bedürfnis, das hinter der Angst steht, ist es ebenfalls.
Dein Kind braucht in dieser Phase deine elterliche Fürsorge. Hol dein Kind empathisch ab. Schenk ihm eine Umarmung, setz dich einfach daneben und hör zu oder versuch es zu verstehen. Das kann beispielsweise so aussehen: “Schule ist grad voll doof”, “du hast richtig Schiss vor dieser Prüfung”, “du würdest am liebsten nicht mehr zur Schule gehen”, “du hast Angst dass die anderen besser abschneiden als du”, etc.
Tipp 3: Gib deinem Kind Sicherheit
Kinder und Jugendliche brauchen (emotionale) Sicherheit, die wir Eltern ihnen geben können. Sie brauchen zugleich auch Führung und Grenzen. Indem wir unserem Kind sehr klar vermitteln, dass es um diese Prüfung nicht drum herum kommt, zeigen wir ihm liebevoll aber bestimmt die Grenzen auf.
Gib deinem Kind die Sicherheit, dass auch eine versemmelte Prüfung kein Weltuntergang ist und dass es von Euch Eltern keine Konsequenzen zu befürchten hat. Oftmals löst der Druck von Eltern oder Lehrpersonen die Prüfungsangst überhaupt aus.
Vermittle deinem Kind klar: “Ich bin für Dich da”, “Ich sehe und höre deine Angst”, “Ich suche mit Dir zusammen nach Lösungen”, “Es gibt Lösungen, wir werden Sie gemeinsam finden”, “Wir kriegen das zusammen hin!”.
Tipp 4: Erkenne das unerfüllte Bedürfnis hinter der Prüfungsangst
Versuche das unerfüllte Bedürfnis hinter der Angst zu erkennen. Angst kann ein großer Schatz sein, um wertvolle Einblicke in die Gefühlswelt deines Kindes zu bekommen. Braucht es mehr Selbstvertrauen ? Hilft ihm vielleicht Unterstützung? Kann es einfach nichts verstehen, was ihm vermittelt wird? Oder fehlt es deinem Kind vielleicht an emotionaler Sicherheit? Mach dich auf die Suche zusammen mit deinem Kind.
Hier kann beispielsweise auch mindTV großartiges leisten. Eine mindTV Visualisierung kann deinem Kind helfen das Gefühl und das Bedürfnis hinter der Angst zu erkennen. Es lernt zu verstehen, woher die Angst kommt und wann und wieso sie angefangen hat. Immer wieder bin ich begeistert, was wir auflösen können mit einer Visualisierung und wie sich “Knöpfe” so einfach und schnell lösen können.
Und dank der Visualisierung der kleinen Echse (Amygdala) lernt es die Emotionen besser zu kontrollieren und zu steuern und es macht den Kindern auch noch großen Spaß mit dieser Methode als kleine Detektive die Gefühlswelt zu erforschen.
Tipp 5: Sucht gemeinsam Strategien und begleite dein Kind
Wenn du das unerfüllte Bedürfnis deines Kindes, das zur Prüfungsangst führt, kennst, dann kannst du zusammen mit deinem Kind eine Strategie finden, mit der ihr der Prüfungsangst entgegenwirken könnt. Bitte dein Kind mit dir zusammen eine Lösung finden.
Vermeide es deinem Kind zu sagen, was gut für ihn/sie sein könnte. Was gut für dich ist muss für Dein Kind nicht auch das Richtige sein. Gib ihm/ihr Hilfestellung, aber befiehl nicht, wie es gemacht werden soll. So kannst du der Motivation mehr Aufwind geben. Wenn es mitentscheidet und mithelfen darf Lösungen zu entwickeln, dann steht es am Schluss auch dahinter und das Mitmachen beruht auf Freiwilligkeit.
Verzichte auf Zuckerbrot und Peitsche vor und nach der Prüfung
Vermeide Sätze wie: “Wenn du eine Note 4 oder besser bekommst, bekommst du das neue T‑Shirt, das du dir wünschst!” oder “Wenn du diese Prüfung nicht bestehst, darfst du diese Woche nicht zum Sport!”.
Wir möchten die Leistung in der Schule und bei Prüfungen von Bedingungen entkoppeln, die an ein Ergebnis gebunden sind. Dadurch nehmen wir den Druck heraus und geben dem Kind Sicherheit.
5 Tipps damit es auch ohne Schimpfen geht
- Überdenke deine tiefsten Überzeugungen/Glaubenssätze in Bezug auf deinen Erziehungsstil
- Bleib deinen Prinzipien treu und setze sie gleichzeitig ohne Nachteile für dein Kind um
- Gewinne Klarheit über deine eigenen Bedürfnisse bevor du mit Deinen Kindern kommunizierst
- Überleg dir, wie du in aufregenden Momenten gelassen handeln kannst — hol Dir Hilfe und tausch dich aus mit anderen Eltern oder Fachpersonen
- Hab Geduld mit dir, wenn du Zeit brauchst, um deine Ziele zu erreichen. Das ist normal und kann sich nicht von heute auf morgen einfach ändern lassen.
Die Idee, Kinder ohne den Einsatz von Strafen und Belohnungen zu erziehen, stellt in unserer Generation einen regelrechten Paradigmenwechsel dar. Wir sind größtenteils selbst nach dem traditionellen Modell erzogen worden, das auf Strafen und Belohnungen basiert, und es ist oft das Einzige, was uns vertraut ist.
Wenn meine Argumente gegen eine auf Konsequenzen ausgerichtete Erziehung für dich überzeugend sind, möchte ich dich dazu ermutigen, den Fokus auf eine tiefe Verbindung zu deinem Kind zu legen und deine Perspektive neu zu überdenken. Sei geduldig mit dir selbst – dieser Wandel ist ein fortschreitender Prozess, den ich selbst durchlaufen habe, da unsere tief verankerten Überzeugungen eine bedeutende Rolle spielen.
Ich lade dich herzlich dazu ein, dich intensiver mit diesem Ansatz auseinanderzusetzen, und bin davon überzeugt, dass sowohl du als auch dein Kind davon in vielerlei Hinsicht profitieren können.
Insbesondere im Kontext von schulischen Prüfungsresultaten rate ich dazu, von der traditionellen Bestrafung oder Belohnung abzusehen. Anstelle davon könnten wir unseren Kindern helfen, eine intrinsische Motivation für das Lernen zu entwickeln. Das Verständnis und die Anerkennung der individuellen Fortschritte können dabei im Vordergrund stehen. So wird der Fokus auf dem Lernprozess selbst und nicht ausschließlich auf den Resultaten liegen. Dies ermöglicht es, eine positive Einstellung zum Lernen zu fördern und langfristiges Interesse zu wecken.
FAZIT
ANGST DARF SEIN!
Angst darf sein und ist manchmal sogar nützlich — das möchte ich hier noch einmal betonen! Sie ist ein wertvoller Begleiter und ein Barometer unserer Gefühle.
Als Eltern sind wir die Schutzschilder unserer Kinder und stehen ihnen bei Ängsten zur Seite, indem wir ihnen Möglichkeiten zeigen, wie sie mit diesen Ängsten umgehen können. Wir begegnen der Angst mit Verständnis und sind dafür verantwortlich, dass sich unsere Kinder sicher fühlen.
Wenn du mehr über meinen generellen Arbeit und über das Visualisieren mit mindTV erfahren möchtest, dann besuche gerne meine anderen Blog’s:
Visualisierungscoaching — was ist das?
Emotionale Stabilität ist eine Superkraft — Die Echse (Amygdala)